Falschgeld: Wie erkenne ich es am besten?

Die Geschichte des Falschgelds ist wohl so alt wie die Geschichte des Geldes selbst. Bereits vor Christus wurden Strafen gegen Falschmünzer verhängt. Damals war es natürlich deutlich einfacher, eine Münze zu fälschen. Heute ist Bargeld zum Glück viel sicherer. Leider hält das so manchen Kriminellen aber nicht davon ab, Falschgeld herzustellen: Mehr als 27.500 gefälschte Banknoten konnten die Behörden im ersten Halbjahr 2019 aus dem Verkehr ziehen. Sie fragen sich, wie Sie echtes Geld von falschem unterscheiden können? Hier erfahren Sie, worauf unbedingt zu achten ist.

Fühlen, Sehen, Kippen – so entlarven Sie unechte Scheine

In Geldfragen kennt sich hierzulande niemand so gut aus wie die Bundesbank. Diese empfiehlt auf ihrer Website ein recht einfaches Prinzip zur Überprüfung von Geldscheinen: Fühlen, Sehen, Kippen. Denn alle Banknoten sind mit verschiedenen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, die Sie so Schritt für Schritt prüfen können. Übrigens: Mit 59 Prozent „Marktanteil“ ist der Fünfziger die am häufigsten gefälschte Euro-Note.

Fühlen:

Hält man einen echten Euro-Schein in der Hand, bemerkt man schnell, dass es sich nicht um normales Papier handelt. Echte Banknoten werden aus Baumwolle gefertigt und sind daher griffiger und reißfester. Am Rand eines jeden Euro-Scheins befinden sich zudem mehrere schräge Linien. Wenn Sie mit Ihrem Finger darüber fahren, sollten Sie Erhebungen fühlen. Ebenso ist die Wertzahl auf jeder Banknote gerillt und daher spürbar. Die Silberfolie fühlt sich zudem ganz glatt an. 

Sehen:

Ein kurzer Blick entlarvt eine Fälschung meist nicht. Wollen Sie eine „Blüte“ erkennen, müssen Sie auf jeden Fall genau hinschauen. Halten Sie den Schein auch gegen das Licht. Erkennen Sie das Wasserzeichen mit der griechischen Sagengestalt Europa? Super. Wenn jetzt noch ein dunkler Streifen, der sogenannte Silberstreifen, vertikal durch den Schein verläuft, sind das schon mal hilfreiche Indizien, dass es sich um echtes Geld handelt. Sieht man sich eine Euro-Note unter UV-Licht an, lassen sich sogar noch mehr Merkmale entdecken. Das Papier bleibt dabei größtenteils dunkel, die EU-Flagge hingegen erstrahlt in grün mit orangefarbigen Sternchen. Landkarte, Wertzahl und abgebildete Gebäude erscheinen gelb.

Kippen:

Wenn Sie den Schein schräg vor sich halten beziehungsweise nach hinten kippen, sollten Sie auf der Silberfolie Hologramme erkennen, die sich je nach Neigungswinkel verändern. Genauso ist es mit der Smaragdzahl links unten in der Ecke.

Sind Sie sich auch nach sorgfältiger Überprüfung nicht sicher, können Sie ein entsprechendes Prüfgerät verwenden. Diese sind auch online erhältlich. Eine Liste zuverlässiger Geräte finden Sie bei der EZB. Ebenso können Sie aber auch eine Bank bitten, den Schein zu begutachten.

Hartgeld: Wichtige Unterscheidungsmerkmale bei Münzen

Kaum zu glauben, aber auch Bargeld mit vergleichsweise geringem Wert wird in Europa gefälscht. Es gibt sogar mehr gefälschtes Hartgeld als Scheine. Meistens handelt es sich dabei um Zwei- und Ein-Euro-Münzen. Für den typischen Verbraucher ist die Echtheitsprüfung allerdings deutlich schwieriger als bei Banknoten. Achten Sie in jedem Fall auf Farbe, Münzrand, deutliche Prägungen und Gewicht. Ein Magnet kann bei der Prüfung eine große Hilfe sein. Denn unechte Euro-Münzen sind meist überhaupt nicht oder stark magnetisch. Eine echte ist dagegen nur leicht magnetisch. 

Falschgeld entdeckt? Das müssen Sie jetzt tun

Falschgeld zu produzieren, ist selbstverständlich strafbar. Doch auch Personen, die Fälschungen in den Zahlungsverkehr bringen, handeln gesetzeswidrig. Sollten Sie also den Verdacht haben, dass Ihnen jemand Falschgeld gegeben hat, ist Vorsicht geboten. Denn auch Sie machen sich strafbar, wenn Sie Falschgeld angenommen, als solches erkannt und dann weitergegeben haben. Darüber hinaus besteht eine Meldepflicht. Gefundene Fälschungen sollten Sie daher immer sofort der Polizei aushändigen. Auf keinen Fall sollten Sie einen vermeintlichen Euro-Schein dort zurückgeben, wo Sie ihn erhalten haben. Für angenommenes Falschgeld gibt es übrigens keinen Ersatz – Sie bleiben also auf dem Schaden sitzen. Mit gefälschtem Bargeld in Kontakt zu kommen, ist aber glücklicherweise sehr unwahrscheinlich. Nach Angaben der Bundesbank müsste man dafür durchschnittlich 900 Jahre alt werden.

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