15. September 2020

„Mittelstandslücke“ bei den Eigenkapitalstärkungsmaßnahmen schließen

Die eigenkapitalverstärkenden Programme wie der Wirtschaftsstabilisierungsfonds auf Bundesebene und der Bayernfonds auf Landesebene setzen zwar an den richtigen Stellen an und helfen Unternehmen, Verluste, die durch coronabedingte Umsatzausfälle und entsprechende Rückgänge beim Eigenkapital entstanden sind, aufzufangen. Sie bieten jedoch nur einer begrenzten Zahl an systemrelevanten Unternehmen Lösungen.

Für den breiten Mittelstand sind keine gezielten Eigenkapitalstärkungsprogramme vorgesehen. Der Mittelstand benötigt jedoch ebenso Unterstützung bei der Eigenkapitalstärkung, um aufgelaufene Verluste durch Eigenkapital zu kompensieren. Wird diese Unterstützung nicht gewährt, könnten bisher gesunde mittelständische Unternehmen  unverschuldet in eine Überschuldungssituation geraten. Außerdem werden KMU nur mit einem ausreichenden Kapitalpuffer (und entsprechenden Ratings) künftig neues (nicht staatlich garantiertes) Fremdkapital akquirieren können.

Bei dieser nicht gerechtfertigten „Mittelstandslücke“ bei der Eigenkapitalfinanzierung setzt das anliegende, von den drei kreditwirtschaftlichen Verbänden in Bayern, der IHK für München und Oberbayern sowie der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammer, gemeinsam erarbeitete Positionspapier an und fordert insbesondere:

  • Steuerliche Verlustberücksichtigung zu verbessern und weitere steuerliche Maßnahmen zur Eigenkapitalstärkung umzusetzen,
  • regulatorische Vorgaben bei den Eigenkapitalanforderungen in Bezug auf Unternehmen praxisgerecht auszugestalten und
  • ein kreditnahes Produkt mit Nachrang- bzw. Eigenkapitalcharakter aufzulegen und die Zugangskriterien für das KfW-Programm „ERP-Mezzanine für Innovation“ sowie das KfW-Programm „ERP-Kapital für Gründer“ zu erweitern sowie praxisnah zu gestalten.

Einzelheiten entnehmen Sie bitte anliegendem Positionspapier.

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