20. Februar 2018

Jahresauftaktempfang Münchner Merkur

Jahresauftaktveranstaltung Münchner Merkur

Im Pressehaus des Münchner Merkur diskutierten die Vertreter von Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken beim Jahresauftaktempfang über die zunehmende Regulierung der Branche. Die neuen EU-Vorschriften, die unter dem Namen MiFID II (engl. „Markets in Financial Instruments Directive“) zu Beginn des Jahres in Kraft getreten sind, sorgten schon im Vorfeld für großen technischen und logistischen Aufwand bei den Banken und Sparkassen. „Wir werden sehen, ob mit dieser Regulierung nicht des Guten zuviel getan wurde“, so Silke Wolf, die Geschäftsführerin des Bayerischen Bankenverbands. „Am Ende richtet sich der intendierte Verbraucherschutz dann gegen den Kunden, wenn sich immer mehr Institute aus der Anlageberatung zurückziehen.“

Unter Regulierungen anderer, aber durchaus vergleichbarer Art leidet derzeit Podiumsteilnehmer Professor Wolfgang Heckl, der Generaldirektor des Deutschen Museums in München. Für rund 450 Millionen Euro lasse man derzeit Ausstellungsflächen sanieren. Die Ausschreibungen für die Bauabschnitte seien derart ausufernd, „dass wir oft gar keine Angebote bekommmen“, berichtete Professor Heckl. „Ohne Berater, die unsere Berater beraten, geht gar nichts mehr.“

„Nicht die Wirtschaft, nicht die Banken und nicht der Mangel an Talenten ist gegenwärtig das Probelm in Deutschland, sondern die Politik“, meinte Verleger Dr. Dirk Ippen auf dem Podium. Von einer neuen Großen Koalition erwarte er jedenfalls keinen neuen Schwung, sondern noch mehr Regulatorik. Dabei könne man auf den dahinbrausenden Zug der Digitalisierung bestenfalls noch aufspringen. Andererseits könnten die deutschen Unternehmer und Erfinder den Zug bei vernetzter Softrobotik durchaus anschieben und die Banken diese Engagements finanzieren, darüber war man sich auf dem Podium einig.

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