11. März 2021

Digitaler Euro – der Weg zu mehr Wachstum oder zu größerer Abhängigkeit von Bürgern und Unternehmen?

Online Veranstaltung des Ausschusses Finanzmärkte vom Donnerstag, 11. März 2021

Die EZB plant nach Erklärung von Präsidentin Lagarde bis zum Sommer eine Entscheidung über die Einführung eines digitalen Euros innerhalb der nächsten fünf Jahre, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas gegenüber dem asiatischen und amerikanischen Wirtschaftsraum zu stärken.

Ein digitaler Euro erleichtert den Übergang in die „Industrie 4.0“ und bietet vielleicht die Chance, europäische Standards über die EU hinaus durchzusetzen. Die Vorteile eines unmittelbaren Zugangs zu digitalem Zentralbankgeld sind dabei abzuwägen gegen die Risiken:

Die Finanzstabilität und die Funktion des Bankensystems bei Geldschöpfung und Kreditvergabe könnten geschwächt werden, wenn Bankeinlagen etwa in Krisensituationen massiv in Zentralbankgeld umgetauscht werden.

Das Bargeld könnte auch bei rechtlicher Beibehaltung schnell verdrängt werden. Damit gingen auch die Vorteile des Bargeldes verloren, wie die Vertraulichkeit der Transaktion gegenüber der Erstellung von Verhaltensprofilen, der jederzeitige Zugang zum Zahlungsmittel ohne technische Infrastruktur oder der Schutz vor Entwertung durch flächendeckende Negativzinsen.

Statements

Burkhard Balz

Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank und der High Level Group des ESZB zur digitalen Währung

Dr. Siegfried Utzig

Direktor beim Bundesverband Deutscher Banken

Moderation

Prof. Dr. Franz-Christoph Zeitler

Vorsitzender des Ausschusses Finanzmärkte

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