30. März 2020

Der erste Schritt in die Unabhängigkeit: Kontoeröffnung für Kinder

Geburtstag, Weihnachten, Konfirmation: Kinder erhalten zu besonderen Anlässen regelmäßig Geldgeschenke von ihrer Familie. Aber wohin damit? In ein Sparschwein? Das mag zunächst zwar die einfachste Lösung sein, auf lange Sicht lohnt sich aber ein sogenanntes Kinderkonto.

Ab welchem Alter darf mein Kind ein eigenes Bankkonto haben?

Mit sieben Jahren ist Ihr Kind laut BGB eingeschränkt geschäftsfähig und damit berechtigt, ein Kinderkonto zu führen. Dazu braucht es allerdings trotzdem noch die Vollmacht und Zustimmung seiner Erziehungsberechtigten. Sie können aber auch schon vor dem siebten Geburtstag ein Konto für Ihr Kind eröffnen – etwa ein Sparkonto. Dessen Verwaltung obliegt jedoch vollständig den Eltern.

Welche Konten stehen allgemein zur Auswahl?

Welche Art von Konto für das eigene Kind am geeignetsten ist, hängt – neben dem Alter des Kindes – natürlich auch von seinem Verwendungszweck ab. Wenn Sie für Ihr Kind vor allem Geld sparen wollen, beispielsweise für den Führerschein oder die erste eigene Wohnung, reicht ein Sparbuch. Darüber hinaus bieten Finanzinstitute verschiedene Möglichkeiten der Geldanlage an, zum Beispiel ein Festgeld- oder Tagesgeldkonto sowie ein Wertpapierdepot. Allerdings ermöglicht erst ein Girokonto, Geld zu überweisen und abzuheben.

Welche Vorteile hat ein Girokonto für Kinder?

Mit einem Girokonto erhält Ihr Sohn oder Ihre Tochter umfangreiche Möglichkeiten im Hinblick auf die Kontoführung. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • praktische Geldkartenfunktion (z.B. für die Schulmensa)
  • einfacher Zugriff auf Bargeld
  • frühes Erlernen von Umgang mit Geld und ein besserer Überblick über das eigene „Vermögen“
  • die Möglichkeit regelmäßiger Überweisungen Ihrerseits für Beträge wie etwa Taschen- oder Schulgeld

Wichtig: Ob Ihr Kind diese Vorteile vollständig nutzen kann, hängt vom Alter ab. Kartenzahlungen oder eigenständiges Geld Abheben ist bei vielen Banken zum Beispiel erst ab zwölf Jahren möglich. Eltern können darüber hinaus die Kontonutzung individuell einschränken. Hier gilt es abzuwägen, inwiefern Ihr Kind schon reif genug für den Umgang mit einem Girokonto ist.

Was braucht mein Kind für die Kontoeröffnung?

Haben Sie sich dafür entschieden, ein (Giro)Konto für Ihren Sohn oder Ihre Tochter zu eröffnen, brauchen Sie in der Regel folgende Dokumente:

  1. eine Vollmacht der Eltern beziehungsweise aller gesetzlichen Vertreter
  2. einen unterschriebenen Antrag zur Kontoeröffnung
  3. eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde des Kindes
  4. bei unterschiedlichen Nachnamen der Eltern: eine Heiratsurkunde (wenn vorhanden)
  5. bei Elternteilen mit alleinigem Sorgerecht: ein Sorgerechtsbeschluss als Nachweis
     

Falls Sie das Konto nicht direkt in der Filiale, sondern lieber online eröffnen, brauchen Sie zusätzlich einen legitimierten Postident-Coupon (= Coupon für die persönliche Identifizierung in einer Postfiliale) oder Sie nutzen den Video-Ident (= Identifizierung per Video).

Für das Postident-Verfahren müssen Sie als Erziehungsberechtigte ein entsprechendes Formular ausfüllen. Anschließend gehen Sie mit dem Formular, dem von der Bank erhaltenen Postident-Coupon sowie Personalausweisen zur nächsten Postfiliale. Dort wird dann die Identität überprüft. Falls die Ausweisdokumente mit dem Antrag übereinstimmen, können Sie das Konto schließlich eröffnen.

Das Video-Ident-Verfahren ist dagegen der bequemere Weg, da Sie hierfür nicht das Haus verlassen müssen. Sie brauchen lediglich ein Gerät mit Internetzugang und Kamera – und natürlich den Personalausweis. Für den Videochat erhalten Sie einen sicheren Link von der Bank, der Sie auf die Seite zur Identifizierung führt. Während des Videochats müssen alle Erziehungsberechtigten sichtbar sein, den Anweisungen folgen und beispielsweise den Personalausweis in die Kamera halten. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Vorder- und die Rückseite des Ausweises gut lesbar sind.

Welche Bank soll ich für mein Kind wählen?

Berücksichtigen Sie bei der Wahl der passenden Bank folgende Kriterien: Dazu gehören unter anderem die Höhe der Zinsen auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto, die anfallenden Gebühren für eine Girocard und/oder eine Prepaid-Kreditkarte sowie Bargeldabhebungen. Auch der Komfort beim Online Banking und bei der Abfrage vom Kontostand spielen eine Rolle. Behalten Sie bei Ihrer Entscheidung auch die Kosten und den Aufwand beim Umstieg auf ein späteres Erwachsenenkonto im Blick.

Wer haftet, wenn mein Kind sein Konto überzieht?

Kinderkonten verfügen weder über einen Dispositionskredit noch die allgemeine Möglichkeit, das Konto zu überziehen. Zu einem negativen Kontostand kann es in Ausnahmefällen aber trotzdem kommen – wenn Ihr Kind beispielsweise etwas per elektronischem Lastschriftverfahren kauft, das mehr Geld kostet, als auf dem Konto aktuell verfügbar ist. Anfallende Gebühren bei der Bank müssen dann die Eltern zahlen. Daher ist es wichtig, dass Ihr Kind den eigenen Kontostand immer im Blick behält. Eine sicherer Alternative wäre eine Prepaid-Kreditkarte – ist das Guthaben verbraucht, kann das Kind auch keine Zahlung mehr tätigen.

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